Archiv | August 2012

Racheakt oder Einschüchterung?

Sitz der Zeitung „Le Temps“ nach dem Überfall

Am Samstag den 18. August 2012 wurde der vorübergehende Sitz der FPI (Front Populaire Ivoirien) Partei angegriffen, ein Teil davon angezündet und drei Menschen verletzt.
Seit einigen Zeiten ist die Elfenbeinküste Ziel von Angriffen, die Militärlagern gelten. Viele Menschen sind deshalb verängstigt, da keiner weißt wer hinter diesen Angriffen steckt.
In diesem Klima der Angst ist am Samstag den 18.August, der Sitz der Partei von Laurent Gbagbo angegriffen worden. Ein Auto, das davor stand wurde angezündet genauso wie einer der Räume. Die Angreifer sind an Bord eines kleinen Buses angekommen, haben den Wachmann zusammengeschlagen, so dass er in das Gebäude hinein fliehen  musste, um am Leben zu bleiben. Die Angreifer sind ihm dann gefolgt und haben alle auf dem Weg dahin zusammen geschlagen. Die Räume wurden zerstört, die Dokumenten auf den Boden geworfen, die Computer mitgenommen und die anderen Geräte wie z.B. die Kopiergeräte zerschlagen. Nachdem sie alles kaputt gemacht hatten, haben sie versucht das Gebäude in Brand zu stecken. Das ist ihnen nur in einem Raum gelungen. Während sie alles zerstörten sind die Menschen auch von ihnen angegriffen und zusammen geschlagen worden. Die, die weg laufen konnten haben es getan, während andere sich einsperrten um zu entkommen. Das Ganze endete mit 3 Verletzten und ein komplett durcheinander gebrachtes und zum Teil zerstörtes Gebäude.
Man könnte glauben, dass das alles war für diesen Tag, aber weit gefehlt. In der Nacht zum Sonntag wurde der Sitz der Zeitung „Le Temps“, die der FPI nahe steht, von Unbekannten überfallen und komplett zerstört. Diese Zeitung war ohnehin seit einigen Wochen gesperrt.  „Le Temps“ wurde für zwanzig (20) Ausgaben vom CNP (1) gesperrt, weil sie einen Artikel herausbrachte, den der CNP „beleidigend, boshaft, zu Revolte und zum Aufruhr aufrufend“ fand und dazu solle er „ die Ehrbarkeit des Präsidenten in Frage stellten.“ Dem Journalist der den Artikel geschrieben hatte, wurde das Schreiben für ein Monat verboten
Also sind die Zeitung „Le Temps“ und die jetzige Regierung keine Freunde. Bei dem Überfall wurde das Computermaterial mitgenommen bevor drei Büros in Brand gesteckt wurden.
Die Verantwortlich der Zeitung sind überzeugt, dass die Angreifer in der Reihe der Anhänger des RDR (Partei von Alassane Dramane Ouattara) zu finden sind.“ Die Untergrabung der Pressefreiheit soll aufhören“ so Herr Gbané, einer der Leiter von „Le Temps“.
Seit der Machtübernahme von Alassane Ouattara sind die Journalisten immer wieder Ziel von Angriffen.

(1) CNP Conseil National de la Presse

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Machtmissbrauch und sinnlose Gewalt

Jean-Fabrice Koné Dossongui und seine Frau Amenan N´guessan in dem Wottro

Noch vor einigen Tagen war Jean-Fabrice Koné Dossongui für die Ivorer komplett unbekannt. Leider hat sich das für ihn auf dramatische Weise geändert.
Jean Fabrice hat vor einigen Wochen (14. Juli) geheiratet. Da das Auto, das ein Freund ihm und seiner Frau Amenan Nguessan zur Verfügung zu stellen versprochen hatte  nie kam, entschied seine Frau, dass sie mit einer „Wottro“ fahren sollten. Wottros sind Holzkarren, die eigentlich benutzt werden, um Sachen zum Markt zu transportieren (meist Obst und Gemüse). Sie werden durch menschliche Kraft geschoben.
Alain Toussaint ein ehemaliger Berater von Laurent Gbagbo, bekam das Bild durch einen Freund zu sehen und fand es „rührend, außergewöhnlich“ und total originell. Er richtete also einen Appel, an die Facebooknutzer. Er wollte das Paar kennenlernen und ihnen ein kleines Geschenk zukommen lassen.
Er fand es tatsächlich und kündigte das über Facebook an. Er erzählte, dass er es geschafft hatte mit dem Paar in Kontakt zu treten. Jean-Fabrice Dossongui hätte sich gefreut, dass er ihn anruft, weil er und seine Frau davor das Gespött, der Leute gewesen wären.
Aber mit diesem Facebook-Eintrag fing der Ärger für Jean-Fabrice an. Nachdem er von einem Internetcafé-Betreiber denunziert worden war, wurde Jean-Fabrice am 11. August gegen 8 Uhr von zwei Männern aufgesucht, die ihn über sein Leben, seinen Kontakt zu Alain Toussaint, zu Gbagbos Milizen usw. befragten. Er befand sich zu dieser Zeit in Yamoussokro, wo er Ferienkurse unterrichtete. Er versuchte ihnen klar zu machen, dass er gerade erst Alain Toussaint über Facebook kennengelernt hatte, aber sie wollten davon nichts wissen. Sie versuchten ihn mitzunehmen, aber da die andere Bewohner sich dagegen stellten, ließen sie davon ab, konfiszierten aber sein Handy. Nach diesem unerfreulichen Besuch, überkam Jean-Fabrice die Angst. Um sein Leben fürchtend, entschied er sich am selben Tag zu seiner Familie nach Gagnoa zurückzukehren und verlies Yamoussoukro. Eine Woche später, am Freitag den 17. August tauchten dieselben Männer gegen 22 Uhr in Gagnoa auf. Sie waren in Begleitung des Freundes von Jean-Fabrice (ein Lehrer), der ihn in Yamoussoukro während seines Aufenthaltes untergebracht hatte. Die Männer, die bewaffnet waren, nahmen Jean-Fabrice mit. Um das Leben von Jean Fabrice besorgt, und da er sich verantwortlich fühlte kündigte Alain Toussaint dies über Facebook an. Die Männer, die ihn mitgenommen hatten, hatten sich als Mitglieder der republikanischen Garde (Garde Républicaine) ausgegeben, und ihn nach Yamoussoukro mitgenommen, wo seine Frau und einige Familienmitglieder mittlerweile eingetroffen waren.
Am 19. verkündete Alain Toussaint das über Facebook und dass er Kontakt zum UNO-Repräsentanten in der Elfenbeinküste (ONUCI) aufgenommen hatte, um ihm Jean-Fabrice Fall zu schildern.
Am Montag den 20. August, wurde Jean-Fabrice, in den frühen Morgenstunden von Dorfbewohnern in der Nähe der Militärschule von Zambakro gefunden. Er befand sich in einem schlimmen Zustand und war offensichtlich gefoltert worden. Sein rechter Oberschenkel war gebrochen, ein Auge war in Mitleidenschaft gezogen und er trug überall Verletzungen: auf dem Rücken, auf den Rippen, im Genitalbereich. Sie stammten von Gewehrkolben, Armeestiefel und Holzstück mit denen seine Entführer ihn misshandelt hatten.
Wäre nicht die UNO-Polizei (UNPOL) gewesen, die nach ihm gesucht hatte – sobald sie am Sonntag 19.August –informiert worden waren, und die Mobilisierung der Facebook-Gemeinschaft, wäre es um ihn noch schlimmer gegangen.
Jean-Fabrice ist nur ein Beispiel, was in der Elfenbeinküste im Moment vorgeht. Wer weiß was aus ihm geworden wäre, wenn die Facebook Gemeinschaft sich nicht für ihn so stark eingesetzt hätte? Er wäre mit großer Wahrscheinlichkeit gefoltert und ermordet worden. So ist zur Zeit das Leben in dieser „demokratischen“ Elfenbeinküste von Alassane Ouattara.

Die Ivorer in Den Haag

19.08.12

Seit Laurent Gbagbo, der ehemalige Präsident der Elfenbeinküste Ende November 2011 an Den Haag überstellt worden ist, ist diese Stadt für seine Anhänger ein beliebtes Reiseziel geworden. Viele meetings wurden von ihnen dort schon organisiert. Das letzte davon war am 13. August.
Am Montag 18. Juni 2012 hätte normalweise der Prozess von Laurent Gbagbo in den Haag beginnen sollen, aber auf Antrag seines Anwalts Maître Emmanuel Altit, wurde er zunächst auf den 13. August verschoben. Maître Altit klagte über mangelnde Zeit, um die Unterlagen durchzuarbeiten. Luis Moreno Ocampo, der noch bis Mitte Juni 2012 Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag war, hatte ihm erst Mitte Mai  mehr als 10 000 Seiten und 400 Video Material ausgehändigt. Laut maître Altit reichte die Zeit bis zum Prozessbeginn (am 18. Juni) nicht, um eine Überprüfung der Unterlagen durchzuführen, deshalb hatte er eine Verschiebung beantragt. Sein Antrag wurde am 12 Juni stattgegeben und der prozess zum 13. August verschoben. Ocampo der nicht gut auf  Gbagbo zu sprechen ist, wurde verdächtigt, den Verteidiger auf diese Weise austricksen zu wollen, indem er die Unterlagen so spät aushändigte.
Die Anhänger Laurent Gbagbos, die unbedingt den Prozessbeginn erleben wollten, hatten seit Dezember 2011 (Datum der Bekanntgabe des Prozessbeginns) angefangen sich zu organisieren, und eine Fahrzeugkolonne organisiert, damit so viele Menschen wie möglich die Reise nach Den Haag antreten konnten. Ein Zug war sogar geplant, der von der „Gare du Nord“ in Paris abfahren sollte. Aber dieses Projekt „le Train de la Liberté“ genannt, — der Zug der Freiheit–  wurde fallen gelassen. Denn zur Deadline Ende April hatten sich nicht genug Leute für diese Art der Reise entschieden.
Trotz der Verschiebung des Prozesses haben viele Leute sich an ihre Pläne gehalten und die Reise angetreten, so dass am 18. Juni eine Veranstaltung in Den Haag stattgefunden hat. Sie war zwar kleiner als die zuerst geplante, aber dennoch mit mehreren tausend Besuchern.
Wenn auch die meisten dieser Leute von der Elfenbeinküste stammten, waren auch andere Nationalitäten dabei. Sie waren von mehreren Ländern und Kontinenten angereist, wenn auch die Mehrheit von ihnen aus Europa und Amerika kamen. Einige Leute sind sogar aus dem Afrikanischen Kontinent angereist, wie diese Dame aus Guinea (Frau Cissé), die unbedingt dabei sein wollte , um eine Nachricht von  Aicha Koné, eine der erfolgreichsten Sängerinen der Elfenbeinküste, die im Exil in Conakry wohnt — weil sie Anhängerin Laurent Gbagbos ist– zu überbringen.
Wieviele waren sie? Das steht nicht fest. Da wie immer ein Krieg um die Zahl der Menschen tobt. AFP, die französische Nachrichten Agentur spricht von 1000, während andere Quellen  von 3000 bis 5000 Menschen sprechen.
Für den 13. August war ein „Dorf der Freiheit“ Le village de la Liberté in den Haag geplant. Die Ivorer aus verschiedenen Vereinen sind sehr aktiv, weil sie ihren Standpunkt über das Geschehen in der Elfenbeinküste geben möchten. Aus diesem Grund hat der „CRI-panafricain “(1) von Abel Naki eine „Karawane der Freiheit“ Caravane de la Liberté organisiert. Diese Karawane reist von Stadt zu Stadt in Frankreich, um die Menschen über die Lage in der Elfenbeinküste zu informieren. Da die meisten westlichen Regierungen Unterstützer des jetzigen Präsidenten Alassane Ouattara sind, werden kaum negative Nachrichten über ihn herausgebracht. Die Ivorische Gemeinschaft sieht  ihre Aufgabe darin, die Menschen über die Realität in der Elfenbeinküste zu informieren.
Am 3. August  wurde der Prozessbeginn  nochmal vertagt, weil die IstGH sich ein Bild des Gesundheitszustands von Laurent Gbagbo machen will. Er wurde laut seinem Anwalt misshandelt und gefoltert. Die IstGH hat den Prozess verschoben, da sie einen Erschöpfungszustand  festgestellt hat. Dieser kommt von der schlechten Behandlung, die er während seiner  Gefangenschaft im Norden der Elfenbeinküste (in der Stadt Korhogo) zu erdulden hatte. Es wurde kein neues Datum genannt, da die Richterin Silvia Fernández de Gurmendi von der IstGH eine Untersuchung seines Gesundheitszustandes angeordnet hat. Sie wartet zuerst auf den Bericht, um einen neuen Termin bekannt zu geben.
Trotz dieser zweiten Verschiebung haben hunderte Anhänger von Gbagbo die Reise nach Den Haag angetreten. Dieser Datumswechsel hat sie nicht entmutigt, da sie zwei Tage lang in Den Haag ihre Demonstration gehalten haben, deren Höhepunkt am Montag den 13. August war.

 

(1) CRI-panafricain: Congrès pour la Renaissance Ivoirienne et panafricaine wurde von Abel Naki gegründet

Angriffserie in der Elfenbeinküste

FRCI-Soldaten in der Stadt Dabou nach dem Angriff

Was ist in der Elfenbeinküste los? Seit ungefähr zwei Wochen  werden bestimmte millitäre Ziele angegriffen.  Es gab schon mehrere Tote bei den FRCI, wobei der  tödlichsten dieser Angriffe  am Vortag der Unabhängigkeitsfeier der Elfenbeinküste (7. August) stattfand.
Die Serie reißt bisher leider nicht ab.
Die Aussage von Innenminister Hamed Bakayoko vor einiger Zeit, dass das Land wieder sicher sei, scheint  eher ein frommer Wunsch zu sein als die Wirklichkeit. Diese Aussage, die dazu dienen sollte, die Investoren wieder ins Land zu locken, hat ihr Ziel verfehlt, da kein seriöser Mensch nach den wiederholten Angriffen sein Geld bei so einer instabilen Lage, in der Elfenbeinküste investieren würde.
Die Spannung ist plötzlich gestiegen seit dem 5. August. In der Nacht von 5. zum 6. August wurde ein Kommissariat von Yopougon (1)  in Abidjan (die Wirtschaftliche Hauptstadt), angegriffen. Nachdem sie das Kommissariat verlassen hatten,  haben die Angreifer ein Checkpoint der FRCI angegriffen, wo sie fünf Soldaten getötet haben. In der Nacht von 6. zum 7. August 2012 wiederholten sie ihre Angriffe. Diesmal wurde das größte Militärlager des Landes (Akouédo) angegriffen. Zwischen drei und fünf Uhr morgens  wurde das Lager von Akouédo von bewaffneten Angreifern – die Rede ist von ungefähr 30 schwer bewaffneten —  überfallen. Die Gefechte zwischen FRCI und Angreifer dauerten ungefähr zwei Stunden und sieben  Menschen verloren ihr Leben. Sechs FRCI-Soldaten und einer der Angreifer. Aber das schlimmste für die Armee ist, dass das Munitionslager von den Angreifern geplündert worden ist.  Die Rede ist von drei vollen LKWs, die von ihren Gegnern mitgenommen worden sind. Seitdem gehen die Attacken quer durch das Land. Immer wieder werden Lager von den FRCI angegriffen, und Waffen mitgenommen. In der Nacht vom 7. zum 8. August wurde einen Checkpoint in der Nähe von Agboville – 80 Km nordlich von Abidjan—angegriffen. Mehrere Militäre wurden verletzt. Ob es Tote gab ist nicht bekannt, da die Meldung , es gäbe welche, von der Regierung dementiert worden ist. In der Nacht von 12. zum 13. wurde ein Grenzposten der Elfenbeinküste zu Liberia  angegriffen.
Am 16. August wurde die Stadt Dabou (50 km von Abidjan) angegriffen: das Kommissariat, das Militärlager, die Gendarmerie und das Gefängnis wurden überfallen. Alle Gefangenen wurden frei gelassen und 5 Menschen getötet. Die Tage danach wurden die Städte Grand Lahou, San Pédro und Tai auch Ziel der Angriffe.
Bisher wird über die Identität der Angreifer nur spekuliert. Lediglich die Regierung hat direkt am Tag nach dem ersten Angriff die Anhänger vom vorherigen Präsident  Laurent Gbagbo beschuldigt, hinter diesem Angriff zu stehen. Der Innenminister hatte damals selbst diese Schuldzuweisung im national Fernsehen getätigt.  Seitdem die Angriffe sich vermehrt haben und überall im Land stattfinden ist er auch verstummt. Er ist normalerweise sehr bekannt für seine aufsehenerregenden Aussagen. Die Vertreter des FPI(2), Laurent Gbagbos Partei haben diese Anschuldigung zurückgewiesen. Sie haben eine Pressekonferenz gegeben, wo sie sich von jeder Schuld frei gesprochen haben. Auch wenn der Innenminister  Gbagbos nahe Leute als Schuldige nennt, viele Menschen vermuten die Angreifer auch in ihren eingenen Reihen.  In der Tat tobt ein unterschwelliger Krieg in den Reihen der FRCI. Deswegen wird eine Racheakt von einem Teil von ihnen nicht ausgeschlossen.
Vor der Krise waren die meisten FRCI einfach  Zivilisten. Sie wurden Ende 2010, nach der Wahl angheuert um die schon bestehende Rebellenarmee zu unterstützen, Laurent Gbagbo von der Macht zu drängen. Diese Männer haben dann,  Familie und Berufe – für die, die dies hatten –  oder ihre Felder für die Bauern, aufgegeben um der Rebellion beizutreten. Um viele zu überzeugen, hatte man ihnen fünf Millionen CFA Francs (ein bißchen mehr als 7600 Euro) versprochen. Es wurde ihnen auch eine Übernahme in der Armee in Aussicht gestellt. Aber nach dem Machtwechsel wurden sehr wenige von ihnen tatsächlich in den Dienst der Armee genommen. Erstens, weil sie zu zahlreich sind, und zweitens, weil ein großer Teil davon Analphabeten sind. Und noch  dazu kommt, dass sie keinen Pfennig bekommen haben. Das ist einer der Gründe des Leidens der Bevölkerung unter der FRCI.  Fallen gelassen von ihren einstigen „Arbeitgebern“ und weit weg von ihrer Heimat, haben sie ihre einzige Chance darin gesehen, die Bevölkerung zu überfallen, zu enteignen, mit Geld zu erpressen u.s.w. Da sie nicht zimperlich vorgegangen sind, sind viele Menschen durch sie getötet worden. Diese Situation hat die Regierung dazu veranlasst ihnen ein Ultimatum zu stellen. Sie sollten verschwinden sonst würde man sie festnehmen. Sie werden also verjagt, anstatt dieses Geld zu bekommen, das man ihnen versprochen hat. Eine Militärpolizei würde extra gegründet um sie zu vertreiben. Seitdem herrscht ein „Krieg“ zwischen den ehemaligen Verbündeten. Deswegen besteht die Möglichkeit, dass die FRCI auch an diesen diversen Attacken beteiligt sind.
Eine bisher unbekannte Gruppe  hat sich auch zu den Attacken bekannt. Sie haben ein Video zu verschiedenen Zeitungen und Internetseiten geschickt. Sie  nennen sich „“Révolution Populaire Ivoirienne“ „ivorische Volksrevolution “  Sie bekennen sich zu den verschieden Attacken, und erklären als Ziel Alassane Ouattaras Sturz.
Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass ehemalige Mitglieder der früheren Armee FDS(3)  an den Angriffen beteiligt sind. Seit der Machtübernahme von Alassane Ouattara wurden die ehemaligen Militär, Polizisten, Gandarme, die  Seestreitkraft etc.. entwaffnet. Die Regierung vertraut ihnen nicht, weil sie einst an der Seite von Laurent Gbagbo gegen sie gekämpft haben.Viele sind deswegen im Gefängnis gelandet, während ein anderer Teil davon  im Exil lebt, um einer Gefangenschaft zu entkommen. Den, die noch geblieben sind, wurden die Waffen abgenommen, und sie müssen unter der Führung der FRCI, die eigentliche keine Ausbildung haben, arbeiten .
Ein Zusammenkommen der verschiedenen Gruppen: FRCI, ehemalige FDS, Milizsoldaten etc… ist auch denkbar, da alle das gleiche Ziel haben, nämlich Alassane Ouattara zu stürzen. Sie konnten sich zusammen getan haben, um diese Angriffe zu organisieren
Im Moment tappen alle im Dunkeln, was die Identität der Angreifer angeht.

Also, wer auch geglaubt hatte, dass mit dem Sturz von Laurent Gbagbo und dem Machtwechsel Ruhe in die Elfenbeinküste kehren würde, hat seit den letzten Wochen seine Illusionen verloren.  Den es gibt fast keinen Tag, ohne dass irgendwo im Land eine Attacke  gemeldet wird, und die Spannung wächst jeden Tag mehr.

(1) Yopougon ist das größte Viertel von Abidjan, die wirtschaftliche Hauptstadt und die größte Stadt der Elfenbeinküste.

(2)  FPI Front Populaire Ivoirien ist die Partei von Laurent Gbagbo

(3) FDS  Forces de Défense et de Sécurité : waren die reguläre Armee vor Alassane Ouattara Machtübernahme