Archiv | März 2014

Hilfestellung unter Diktatoren

30.11.13
Die Elfenbeinküste hat Liquiditätsprobleme,und es wird leider jeden Tag deutlicher.
Obwohl Alassane Ouattara von seinen Anhängern „Wari Fatchè„ (Meister des Geldes) genannt wird, macht er seinem Spitznamen — seit er an der Macht ist —  keine Ehre. Zwar hat er für sich selbst Prestigeobjekte wie zwei neue Flugzeuge oder ein gepanzertes Auto angeschafft, aber seine Regierung schafft es nicht die Beamten rechtzeitig zu bezahlen oder die Inlandsschulden zu begleichen. Sie hat deswegen einen Teil der Schulden einfach nicht anerkannt und nennt sie „falsche Rechnungen“. Sie werden also von der Regierung nicht beglichen, obwohl die Gläubiger — alle privaten Personen oder Unternehmen– sich dagegen zu wehren versuchen. Es stimmt zwar, dass einige Gläubiger die Rechnungen aufbauschen um ihre Profite zu erhöhen, dennoch schuldet ihnen der ivoriche Staat trotzdem Geld, das er sich weigert zu bezahlen. Laut den Gläubigern, die sich zusammen getan haben um mit einer Stimme mit dem Minister  zu diskutieren, weigert sich der Staat 203 Milliarden CFA Franc (309,5 Millions Euro) als Schuld  anzuerkennen. Die Regierung nun betrachtet nur 134 Milliarden CFA Francs (ca 204,3 Milloins Euro) als Forderung und die 203 Milliarden existieren für sie nicht.
Der ivorische Staat versucht alles um die Höhe seiner Schulden nach unten zu drücken, und die Bezeichnung des großen Teils der Schulden als „falsche Rechnung“ ist nur eine Ausrede um nicht bezahlen zu müssen.
Eine zweite Sache, die diese Meinung bekräftig ist das Darlehen von 100 Milliarden CFA Francs (152 Millions Euros), die Kongo an die Elfenbeinküste vergeben hat. Bloggers, die der Opposition nah stehen, hatten es ans Licht gebracht. Die Regierung hat versucht es schön zu reden, aber viele verstehen nicht, wieso ausgerechnet Kongo in der Lage ist der Elfenbeinküste Geld zu leihen. In Kongo gibt es so gut wie keine Infrastruktur, die Krankenhäuser sind leer, und die Möglichkeiten sich von der harmlosesten Krankheit behandeln zu lassen sind bereits schwierig, ganz zu schweigen von den schwersten. Dennis Sassou N’Guesso, Kongos Präsident, gehört zu den schlimmsten Diktatoren des Kontinents und hat sich – nach einer ersten Amtszeit – 1997 durch einen Krieg an die Macht geputscht. Seitdem klammert er sich an die Macht.
Kongo ist ein Land, das reichlich Öl hat, aber die Bevölkerung hat wenig davon und lebt im großen Teil in bitterer Armut: Drei mal am Tag zu essen, seinen Kinder eine ordentliche Schulbildung zu emöglichen oder sich im Krankheitsfall behandeln zu lassen ist für den durchschnittlichen Kongolesen Luxus.
Wenn ein solcher Präsident, einem anderen der Zahlungsschwierigkeiten hat, Geld ausleiht ist es nur zum Nachteil der eigenen Bevölkerung. Dieses Geld hätte den Kongolesen zugute kommen sollen. Sei es bei der Ausrüstung von Krankhäusern oder Schulen. Die Nachricht von dieser Geldleihe wurde weder von der Opposition in Kongo noch in der Elfenbeinküste gut aufgenommen. Sogar der PDCI Partner des RDR (Partei von Alassane Ouattara) in der Regierung zeigte sich wenig begeistert.
wahrscheinlich aber hatten Alassane Ouattara und seine Regierung keine andere Möglichkeit. Seit seiner Machtübernahme hat diese Regierung in der Tat schon von Frankreich, der EU, UEMOA¹, IWF, Weltbank Geld ausgeliehen. Das Land ist auf dem besten Weg zu einer Überschuldung.
Wegen seiner Bereitschaft Geld überall auszuleihen, wird Alassane Ouattara bei vielen Anhänger der Opposition „der Bettler von Abidjan“ genannt.

 

1 UEMOA: Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion

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