Tag-Archiv | Kongo

Hilfestellung unter Diktatoren

30.11.13
Die Elfenbeinküste hat Liquiditätsprobleme,und es wird leider jeden Tag deutlicher.
Obwohl Alassane Ouattara von seinen Anhängern „Wari Fatchè„ (Meister des Geldes) genannt wird, macht er seinem Spitznamen — seit er an der Macht ist —  keine Ehre. Zwar hat er für sich selbst Prestigeobjekte wie zwei neue Flugzeuge oder ein gepanzertes Auto angeschafft, aber seine Regierung schafft es nicht die Beamten rechtzeitig zu bezahlen oder die Inlandsschulden zu begleichen. Sie hat deswegen einen Teil der Schulden einfach nicht anerkannt und nennt sie „falsche Rechnungen“. Sie werden also von der Regierung nicht beglichen, obwohl die Gläubiger — alle privaten Personen oder Unternehmen– sich dagegen zu wehren versuchen. Es stimmt zwar, dass einige Gläubiger die Rechnungen aufbauschen um ihre Profite zu erhöhen, dennoch schuldet ihnen der ivoriche Staat trotzdem Geld, das er sich weigert zu bezahlen. Laut den Gläubigern, die sich zusammen getan haben um mit einer Stimme mit dem Minister  zu diskutieren, weigert sich der Staat 203 Milliarden CFA Franc (309,5 Millions Euro) als Schuld  anzuerkennen. Die Regierung nun betrachtet nur 134 Milliarden CFA Francs (ca 204,3 Milloins Euro) als Forderung und die 203 Milliarden existieren für sie nicht.
Der ivorische Staat versucht alles um die Höhe seiner Schulden nach unten zu drücken, und die Bezeichnung des großen Teils der Schulden als „falsche Rechnung“ ist nur eine Ausrede um nicht bezahlen zu müssen.
Eine zweite Sache, die diese Meinung bekräftig ist das Darlehen von 100 Milliarden CFA Francs (152 Millions Euros), die Kongo an die Elfenbeinküste vergeben hat. Bloggers, die der Opposition nah stehen, hatten es ans Licht gebracht. Die Regierung hat versucht es schön zu reden, aber viele verstehen nicht, wieso ausgerechnet Kongo in der Lage ist der Elfenbeinküste Geld zu leihen. In Kongo gibt es so gut wie keine Infrastruktur, die Krankenhäuser sind leer, und die Möglichkeiten sich von der harmlosesten Krankheit behandeln zu lassen sind bereits schwierig, ganz zu schweigen von den schwersten. Dennis Sassou N’Guesso, Kongos Präsident, gehört zu den schlimmsten Diktatoren des Kontinents und hat sich – nach einer ersten Amtszeit – 1997 durch einen Krieg an die Macht geputscht. Seitdem klammert er sich an die Macht.
Kongo ist ein Land, das reichlich Öl hat, aber die Bevölkerung hat wenig davon und lebt im großen Teil in bitterer Armut: Drei mal am Tag zu essen, seinen Kinder eine ordentliche Schulbildung zu emöglichen oder sich im Krankheitsfall behandeln zu lassen ist für den durchschnittlichen Kongolesen Luxus.
Wenn ein solcher Präsident, einem anderen der Zahlungsschwierigkeiten hat, Geld ausleiht ist es nur zum Nachteil der eigenen Bevölkerung. Dieses Geld hätte den Kongolesen zugute kommen sollen. Sei es bei der Ausrüstung von Krankhäusern oder Schulen. Die Nachricht von dieser Geldleihe wurde weder von der Opposition in Kongo noch in der Elfenbeinküste gut aufgenommen. Sogar der PDCI Partner des RDR (Partei von Alassane Ouattara) in der Regierung zeigte sich wenig begeistert.
wahrscheinlich aber hatten Alassane Ouattara und seine Regierung keine andere Möglichkeit. Seit seiner Machtübernahme hat diese Regierung in der Tat schon von Frankreich, der EU, UEMOA¹, IWF, Weltbank Geld ausgeliehen. Das Land ist auf dem besten Weg zu einer Überschuldung.
Wegen seiner Bereitschaft Geld überall auszuleihen, wird Alassane Ouattara bei vielen Anhänger der Opposition „der Bettler von Abidjan“ genannt.

 

1 UEMOA: Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsunion

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Verschwinden bei den Francophonie-Spielen

Das ivorische Sportministerium wird sich an dieses neue Phänomen gewöhnen müssen: das Verschwinden von ivorischen Athleten bei internationalen Wettbewerben in den westlichen Ländern.
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Eigentlich ist das Verschwinden von Athleten, die auf der Suche nach Freiheit oder einer besseren Zukunft sind, nicht neu — man kennt es seit dem kalten Krieg — aber in der Elfenbeinküste schon. Dies ist wieder ein der Zeichen, die die schlechte Lage des Landes beweisen. Den Sportlern geht es so schlecht, dass sie sich lieber aus dem Staub machen, als an Spielen, für die sie oder ihre Mannschaft nominiert sind um ihr Land zu repräsentieren, teilzunehmen.
In der Vergangenheit waren die Elefanten stets in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Elfenbeinküste gehörte nie zu den Ländern (wie z.B. Kamerun oder Kongo), denen  regelmäßig und im großen Stil – manchmal ganze Mannschaften – die Sportler „abhanden kamen“. Die Betreuung der ivorischen Sportler war zwar nicht mit der in den  reichen Ländern zu vergleichen, aber sie waren besser dran als die meisten ihrer Kollegen in den anderen Ländern.
Die Länder die regelmäßig viele Athleten „verlieren“, haben oft Schwierigkeiten Visa für sie zu bekommen. Die Elfenbeinküste gehörte bisher nicht dazu, aber auf Grund der letzten Vorkommnisse wird sie wahrscheinlich auf der Liste dieser Länder erscheinen. Denn es ist nicht das erste Mal. Bei den letzten Olympischen Spielen 2012 in London waren schon ein Trainer und zwei Schwimmer nach ihrer Eliminierung verschwunden. Das hatte die Zeitungen und  Blogs eine Zeit lang beschäftigt. Diesmal bei den Francophonie-Spielen in Nice, ist die Anzahl der „Verschwundenen“ noch gestiegen: sechs Personen fehlten. Manche von ihnen haben sich sogar keine Mühe gegeben um an irgendwelchen Wettkämpfen teilzunehmen, und haben sich kurz nach der Ankunft in Nice aus dem Staub gemacht.
Bei diesen Spielen, die Acht Tage gedauert haben (7-15 September 2013), sind insgesamt mehr als 30 Personen auf der Liste der Vermissten.

Trotz der Abwesenheit drei ihrer Spielkameradinnen – darunter der Kapitän –, die zu den „ Verschwundenen“ gehören, konnte die Basketballmannschaft der Damen siegen. Das war wahrscheinlich die einzige positive Sache bei dem Ganzen .