Wenn ein Minister seine Ohnmacht gegenüber den FRCI zugibt

Nach und während  der Eroberung von Abidjan durch die FRCI — unterstützt von der UNO und der Force Licorne —  im April 2011, haben viele Menschen ihr Eigentum für immer verloren.

Manche Sachen wurden durch Bomben beschädigt, andere geplündert. Aber ein großer Teil der Sachen wurde von den FRCI  konfisziert. Im Feuer der Gefechte, hatten sie alle Autos beschlagnahmt, die sie in die Finger kriegen konnten. Nach dem Ende der Kämpfe wurden sie den Besitzern aber nicht zurückgegeben. Die schönsten oder die wertvollsten wurden von den ranghohen  FRCI behalten und die wenigen wertvollen den Soldaten überlassen. Aber die Enteignung der Bürger blieb nicht bei den Autos. Häuser und Wohnungen wurden auch beschlagnahmt. Die Eigentümer konnten aus Angst getötet zu werden nichts sagen, also hat sich keiner gewehrt.
Die Häuser der Mitarbeiter Gbagbos oder die von ihm nahestehender Personen, wurden am meisten besetzt oder geplündert. Viele der Eigentümer waren schon geflohen oder hielten sich versteckt. Aber es blieb nicht bei der Besetzung der Häuser von  ehemaligen Regierungsanhängern. Alle Häuser oder andere Besitztümer, die den Siegern gefielen wurden einfach beschlagnahmt oder besetzt.
Für die FRCI war das nichts neues. In dem Teil der Elfenbeinküste, die seit Beginn der Rebellion im September 2002 unter ihrer Kontrolle war, hatten sie das schon praktiziert. Sie hatten – es geht bis heute noch — Häuser der Leute Jahrelang bewohnt ohne einen Cent Miete zu zahlen. Dazu hatten sie die Bevölkerung in ihrem kontrollierten Gebiet ermuntert und die hatten sich Jahre lang, genau wie sie selbst geweigert, Strom- und Wasserrechnungen zu bezahlen.
Nach der Eroberung Abidjan, die das wirtschaftliche Zentrum des Landes ist, haben sie diese Methode wieder angewendet.
Seit mehr als zwei Jahren kämpfen die betroffenen Bürger darum, ihre Häuser wiederzubekommen. Bisher ohne Erfolg. Auch diejenigen, die prozessiert und gewonnen haben,  können nichts tun. Kein Vollstreckungsbeamter traut sich gegen die FRCI vorzugehen. Der Staat auch nicht, obwohl sie einige öffentliche Gebäude und Gelände besetzen.
Vor diesem Hintergrund wurde Paul Koffi Koffi gefragt, was er zu unternehmen dachte, damit die geschädigten Bürger ihr Eigentum zurückerhalten. Paul Koffi Koffi ist der für die Verteidigung beauftragte Minister — das Verteidigungsministerium liegt beim Präsidenten selbst. Am 10. September 2013 war er Gast im nationalen Fernsehen und  stand zur Verfügung, um einige Fragen, die die Sicherheit des Landes betreffen zu beantworten.
Koffi Koffi hat das Durcheinander bei den FRCI zugegeben, wo laut seiner Aussagen ein großes Hierarchie- und Disziplin-Problem herrscht. Obwohl er zuvor die Freigabe der Besitztümer für Juli 2013 angekündigt hatte, war nichts passiert. Er konnte auch kein neues Datum nennen und blieb unklar darüber, was er als Chef der FRCI zu tun gedenke. Er erklärte, dass man sich diplomatisch gegenüber den FRCI verhalten müsse. Er riet den Betroffenen ein Verfahren gegen die „illegalen Bewohner“ einzuleiten, obwohl alle Beteiligten wissen, dass es zu nichts führen wird.

Diese Gesetzlosigkeit, die seit dem Machtwechsel in der Elfenbeinküste herrscht, kommt nur daher, dass sich Alassane Ouattara nicht traut mit den FRCI anzulegen.

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