Archiv | 21. September 2013

Verschwinden bei den Francophonie-Spielen

Das ivorische Sportministerium wird sich an dieses neue Phänomen gewöhnen müssen: das Verschwinden von ivorischen Athleten bei internationalen Wettbewerben in den westlichen Ländern.
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Eigentlich ist das Verschwinden von Athleten, die auf der Suche nach Freiheit oder einer besseren Zukunft sind, nicht neu — man kennt es seit dem kalten Krieg — aber in der Elfenbeinküste schon. Dies ist wieder ein der Zeichen, die die schlechte Lage des Landes beweisen. Den Sportlern geht es so schlecht, dass sie sich lieber aus dem Staub machen, als an Spielen, für die sie oder ihre Mannschaft nominiert sind um ihr Land zu repräsentieren, teilzunehmen.
In der Vergangenheit waren die Elefanten stets in ihre Heimat zurückgekehrt. Die Elfenbeinküste gehörte nie zu den Ländern (wie z.B. Kamerun oder Kongo), denen  regelmäßig und im großen Stil – manchmal ganze Mannschaften – die Sportler „abhanden kamen“. Die Betreuung der ivorischen Sportler war zwar nicht mit der in den  reichen Ländern zu vergleichen, aber sie waren besser dran als die meisten ihrer Kollegen in den anderen Ländern.
Die Länder die regelmäßig viele Athleten „verlieren“, haben oft Schwierigkeiten Visa für sie zu bekommen. Die Elfenbeinküste gehörte bisher nicht dazu, aber auf Grund der letzten Vorkommnisse wird sie wahrscheinlich auf der Liste dieser Länder erscheinen. Denn es ist nicht das erste Mal. Bei den letzten Olympischen Spielen 2012 in London waren schon ein Trainer und zwei Schwimmer nach ihrer Eliminierung verschwunden. Das hatte die Zeitungen und  Blogs eine Zeit lang beschäftigt. Diesmal bei den Francophonie-Spielen in Nice, ist die Anzahl der „Verschwundenen“ noch gestiegen: sechs Personen fehlten. Manche von ihnen haben sich sogar keine Mühe gegeben um an irgendwelchen Wettkämpfen teilzunehmen, und haben sich kurz nach der Ankunft in Nice aus dem Staub gemacht.
Bei diesen Spielen, die Acht Tage gedauert haben (7-15 September 2013), sind insgesamt mehr als 30 Personen auf der Liste der Vermissten.

Trotz der Abwesenheit drei ihrer Spielkameradinnen – darunter der Kapitän –, die zu den „ Verschwundenen“ gehören, konnte die Basketballmannschaft der Damen siegen. Das war wahrscheinlich die einzige positive Sache bei dem Ganzen .

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