Trauer um Hugo Chavez

Im Gegensatz zu Europa — und den westlichen Ländern allgemein– wo er kein gutes Ansehen hatte, war Hugo Chavez, auf dem afrikanischen Kontinent von der Bevölkerung der verschiedenen Länder meist beliebt und bewundert.
Die Art wie Chavez den Stärksten dieser Welt — und besonders die USA– die Stirn bot, und sich nicht biegen ließ, hatte diese Beliebtheit hervorgerufen.
Viele afrikanische Länder haben am eigenen Leib erlebt, was Chavez 2002 widerfahren war, nämlich ein von Ausland (hier die USA und Spanien) gelenkten und eingefädelten Putschversuch. Es war also nicht verwunderlich, dass viele diese Völker sich mit ihm identifizierten. Die USA hatten in Venezuela dieselbe Methode benutzt, die sie, genau wie die ehemaligen Kolonialmächte, in den afrikanischen Ländern benutzen, um die einen von ihnen unbeliebten Herrscher los zu werden. Leider für sie, hatte damals das venezolanische Volk für Chavez Partei ergriffen, für ihn gekämpft und die Putschisten trotz aller Unterstützung verjagt. Einige dieser Putschisten haben „zufälligerweise“ später Zuflucht in die USA gefunden.
In den meisten europäischen Ländern wurde nur das Negative über Chavez berichtet. Seine Erfolge – z.B. die  Halbierung der Armut, das Verschwinden des Analphabetismus, die Verkleinerung der Kluft zwischen Armen und Reichen usw – wurden verschwiegen oder kaum erwähnt. Die meisten Berichte handelten von seiner Putschist-Vergangenheit, seinem „Populismus“, den verbalen Attacken gegen die USA und andere Länder usw, sodass jemand der sich nicht explizit für ihn interessierte, selten oder kaum etwas Positives über ihn gefunden hätte. Nicht so in den verschiedenen afrikanischen Zeitungen, auch wenn sie meist von der Opposition stammten. Die Bewunderung für Chavez war grenzübergreifend, da er sich die Unabhängigkeit von den USA erkämpft hatte. Vor Chavez dienten Venezuelas führende Politiker (eine Oligarchie), eher die USA und  hielten die Bevölkerung von einem Land mit solch einem riesigen Ölreichtum in Armut. Erst die Umverteilung der Öleinnahme durch Chavez hat den Armen der Armen neue Perspektiven gegeben. Zwar waren nicht alle Taten Chavez  perfekt, und ein Teil seiner Gefolgschaft war korrupt, aber dennoch überwiegt das Positive.
Seine Verteufelung ist eigentlich aus der „Angst“ der mächtigen Länder dieser Welt, die das Sagen haben entsprungen. Chavez hatte sich vom Kapitalismus los gesagt und ihn in seinem Land abgeschafft. Bei seiner Machtübernahme war Venezuela überschuldet. Nachdem er alle Schulden zurückgezahlt hatte, hatte er die Tür des IWF(1) „zugeknallt“. Dies war ihm nur durch die Verstaatlichung des Ölsektors gelungen. Ein zu offensichtlicher Erfolg Venezuelas oder ein zu positives Ansehen Chavez hätte Nachahmer nach sich gebracht, und das musste mit aller Macht verhindert werden. Aus diesem Grund war diese Anfeindung nicht verwunderlich.
Die Situation Venezuela  vor Chavez ist die von vielen Ländern des Afrikanischen Kontinents in der Gegenwart: Reiche Länder, arme Bevölkerung und eine Oligarchie unter der Kontrolle der führenden Länder dieser Welt oder von mächtigen Konzernen. Chavez hatte das erkannt und versuchte diese Länder als Verbündete zu gewinnen und zu ermutigen aus der Situation raus zu gehen. Ende Februar während des Afrika-Südamerika-Gipfels in Malabo(2)( 20-23.02.2013) hatte er einen Brief an „Afrika“ geschrieben, der in etlichen Zeitungen und in mehreren Sprachen zu lesen war.
Die letzten Tage — nach seinem Tod — sind die Homepages und Blogs von Menschen aus den verschiedenen Ländern aus Afrika voll von Würdigungen Hugo Chavez. Die Meistens bedauern seinen Tod. Das scheint nicht der Fall auf dem europäischen Kontinent zu sein. Man ist vermutlich erleichtert den zu lauten und „unliebsamen“ Chavez „los“ geworden zu sein und  hofft wahrscheinlich einen weniger unbeugsamer Mann oder Frau als nächsten Präsidenten Venezuelas zu haben. Aber eine Sache muss man trotzdem am Ende sagen: wenn auch Chavez kein Engel war, war er auch nicht der Satan wofür man ihn in den westlichen Ländern ausgeben wollte.

(1) IWF: Der Internationale Währungsfonds

(2) Malabo ist die Hauptstadt von Äquatorialguinea

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