Ein kleiner Sieg für Michel Gbagbo

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Michel Gbagbo: seit fast zwei jahre ist er im Gefängnis

Seit dem Sturz von Laurent Gbagbo, befindet sich sein ältester Sohn Michel Gbagbo (43) in den Händen der Regierung von Abidjan. Michel Gbagbo und einige andere Mitstreiter von Laurent Gbagbo wie z.B. Affi  N´Guessan, der Nummer zwei der FPI war, wurden nach Bouna, im Nordwesten der Elfenbeinküste verlegt.
Aber im Gegensatz zu Affi  N´Guessan und die anderen ist Michel Gbagbo kein Politiker. Er war bevor er festgenommen wurde, Professor an der Universität in Abidjan und Schriftsteller. Er wurde —laut Aussage des damaligen Justizministers Ahoussou Konan— nur festgenommen, weil er der Sohn von Laurent Gbagbo ist. Die Anwälte von Michel Gbagbo haben von Anfang an seine Freilassung verlangt. Da sie keinen Erfolg hatten, haben sie vor dem Gerichtshof der CEDEAO (1) (die Wirtschafliche Gemeindschaft der Westafrikanischen Staaten) geklagt. Zweimal hat dieser Gerichtshof die sofortige Freilassung von Michel Gbagbo angeordnet, aber die Regierung in Abidjan hat beide Male nicht reagiert.
Da Michel Gbagbos Mutter Jaqueline Chamois Französin ist, hat er auch durch sie, diese Staatangerhörigkeit. Sie hatte dadurch gehofft seine Freilassung zu erreichen. Aber sie hat unter den Regierungen von Nicolas Sarkosy und jetzt unter François Hollande, ohne Erfolg für seine Freilassung gekämpft. Keiner der beiden wollte ihr zur Hilfe kommen. Im Juni 2012 ist sie mit der Anwältin von Michel, Maître Habiba Touré, zum ersten Mal vor die Presse getreten. Damals wusste man nicht, ob Michel noch leben würde, da er in ein Krankenhaus in Abidjan eingeliefert worden war. Weil er Kontakt zu Niemandem  haben dürfte (auch zu den Anwälten nicht) musste sich seine Familie nur mit Gerüchten zufrieden geben. Und die erzählten nichts Gutes. Mittlerweile weiß man, dass er damals von einer giftigen Schlange gebissen worden war, und dringend medizinische Hilfe brauchte.
Die ONUCI (2), die das Gefängnis in Bouna in der Vergangenheit besichtigt hatte, verkündete in ihrem Bericht, dass die Gefangenen „Opfer von Misshandlungen waren“ und dass sie unter „menschenunwürdigen und erniedrigenden Bedingungen gefangenen gehalten wurden“. Aber diese Tatsache wurde nur festgestellt und nichts wurde unternommen.
Teilweise wurde sogar Bildmaterial der Gefangenen von Bouna, darunter Michel Gbagbo und Affi N´Guessan auf YouTube veröffentlicht. Sie zeigten wie sie durch Morou Ouattara der Com´zone(3) von Bouna misshandelt  wurden.
Aber seit heute (04.03.13) hat Michel Gbagbos Anwältin, Habiba Touré, einen kleinen Sieg errungen: Auf ihre erstattete Anzeige gegen Guillaume Soro und die 10 Com´zones vor der Französischen Justiz, wurde einen Untersuchungsrichter ernannt um Licht in die Sache zu bringen.
Da sich Paris seit fast zwei Jahren  in Schweigen gehüllt hat, und nichts unternommen hat um Michel frei zu bekommen, betrachtet Maître Habiba Touré dies schon als Sieg, und hat eine offizielle  Pressemitteilung herausgegeben.

(1) CEDEAO (auf Englisch ECOWAS) Communauté économique des Etats de l´Afrique de l´Ouest ist eine wirtschaftliche Vereinigung von 15 Ländern
(2) Opération des Nations Unies en Côte d´Ivoire: ist die Operation der vereinten Nationen in der Elfenbeinküste
(3) Com´zone Abkürzung von Commandant de Zone. Die ehemaligen Rebellen hatten das Gebiet  unter ihrer Kontrolle  in „Zone“ geteilt wofür ein „Commandant“ genannt wurde. Sie haben diese Teilung nach dem Machtwechsel für das ganze Land übernommen.

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