Charles Blé Goudé in den Händen der Regierung in Abidjan

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Charles Blé Goudé in Handschellen

Am 17. Januar platze die Nachricht (für die Opposition) wie eine Bombe: Charles Blé Goudé war in Ghana verhaftet worden. Zuerst war es überhaupt nicht sicher, ob diese Nachricht stimmte, da die Regierung in Abidjan in der Vergangenheit ein paar Mal die Festnahme von Gbagbos nahestehenden  Personen offiziell bekannt gegeben hatte, bevor die Nachricht sich als falsch erwies. Dann platze einige Stunden später die zweite Bombe: Blé Goudé war an die Elfenbeinküste ausgeliefert worden.
Wer die jetzige Regierung der Elfenbeinküste und seines allmächtigen Innenministers Hamed Bakayoko kennt, hatte alle Gründe sich um Blé Goudé zu sorgen. Denn in der Vergangenheit waren die Ausgelieferten (oder die sogar manchmal Entführten) Gbagbos nahe Gefangene, nicht zimperlicht behandelt worden. Einige wurden halbnackt im Fernsehen präsentiert, während die anderen ein Geständnis vor laufenden Kameras und somit vor der ganzen Nation lesen mussten, egal ob dieses Geständnis — wie im Fall von Lida  Kouassi¹  — sich später als falsch erwies.
Im Fall Blé Goudé aber, hielten sich sowohl die Regierung, als auch Hamed Bakayoko die ersten Tage zurück. Es herrschte eine totale Nachrichtensperre, was die Gerüchteküche zum brodeln brachte. Dann veröffentlichte Touré Moussa Zéguen, ein ehemaliger Weggefährte von Blé Goudé ein Papier, dass in mehreren oppositionnellen Homepagen und Blogs zu lesen war. Darin bezichtigte er Blé Goudé des Verrates. Laut ihm, hätte der letztere einen Deal mit der Regierung von Abidjan geschlossen und wäre nicht verhaftet und ausgeliefert worden, sondern wäre freiwillig zurück in die Elfenbeinküste gekommen, und seine Verhaftung diene nur dazu, seine Anhänger und Unterstützer zu überlisten.
Daraus entbrannte im Net und in den Zeitungen eine Diskussion, die diejenigen, die diese Meinung teilten und die Anderen, die anderer  Ansicht waren, opponierte. Die Pro- Blé Goudé versuchten, ihre Ansichten zu präsentieren und die Umstände seiner Entführung in Ghana, wo er im Exile lebte zu schildern, während die Gegner das Gegenteil versuchten.
Nach fast zwei Wochen  „schmutzige Wäsche waschens“ auf dem öffentlichen Platz, kamen sich Unterztützer und Gegner von Blé Goudé näher, und Touré Moussa  Zéguen, der diese Diskussion angefangen hatte, erkannte seine Fehler (wieder in den verschiedenen Blogs).
Inzwischen war Blé Goudé im Fernsehen präsentiert worden. Es wurde in einigen Zeitungen und im Net, von zwei Treffen zwischen ihm und dem Präsidenten Alassane Ouattara berichtet (wenn auch nicht offiziell bestätigt). Dieser hätte versucht Blé Goudé für sich zu gewinnen, damit  der ihm bei der Eroberung  der Herzen aller Ivorer helfe. Was man wissen sollte: Seit seiner Machtergreifung versucht Alassane Ouattara ohne Erfolg das ganze Volk hinter sich zu versammeln. Er kommt nicht bei seinen Gegnern an, zumal Gbagbos  Anhänger von seiner Regierung noch verfolgt werden. Er steht einer Verfeindung eines Teils des Volkes gegenüber, die auch wenn sie aus Angst nicht offensichtlich gezeigt wird, verbreitet ist.
Da aber Blé Goudé während dieser Gespräche sich geweigert hätte, einen Appell zur Versöhnung an der Bevölkerung zu machen, solange seine Mitstreiter noch im Gefängnis seien, wurde er dem Richter vorgeführt.
Mittlerweile haben sich seine Anwälte gemeldet, und die Umstände seiner Inhaftierung werden allmählich bekannt. Durch die Isolierung hätte ihr Mandant das Zeitgefühlt verloren, so die Anwälte. Ihm wäre außerdem 10 Tage lang nicht erlaubt worden sich zu duschen, die Zähne zu putzen oder die Kleidung zu wechseln. Er befinde sich in einem leeren Raum, wo er gezwungen worden wäre auf Pappkarton zu schlafen, die als einzigste in diesem Raum befinden. Von Besuch seiner Familienglieder wäre auch keine Rede. Noch zum Fall Blé Goudé, hat der Innenminister Hamed Bakayoko eine neue juristische Bezeichnung erfunden (es ist nicht das erste Mal!): der „geschützte Wohnsitz“. laut Hamed Bakayoko wäre Blé Goudé nicht unter Hausarrest,  sondern würde  er als „besonderer Gefangener“ einen „geschützten Wohnsitz“ beziehen.
In Der Elfenbeinküste genießt Blé Goudé — hauptsächlich unter den jungen Leute und Gagbos Anhänger — ein sehr hohes Ansehen während er, für Frankreich und die jetzige Regierung in Abidjan, einen Feind darstellt. Seit 2005 ist er sogar von einem Reiseverbot betroffen (durch UNO verhängt).
Mit Blé Goudé ist der Regierung von Abidjan ein großer Coup gelungen. Blé Goudé, der Minister  der letzen Gbagos Regierung war, ist einer der beliebtesten Mitstreiter Gbagbos. Er schafft es wie keiner die Bevölkerung, durch seine Reden, hinter sich zu bringen und zu mobilisieren. Kein Wunder dann, dass Alassane Ouattara versucht hat, ihn für sich zu gewinnen.

 

1- Lida Kouassi war Verteidigungsminister in Laurent gbagbos Regierung. Er wurde im Juni 2012 in Togo festgenommen, wo er im Exil lebte. Er gestand ein Putschversuch im Fernsehen. Später stellte sich heraus, dass der angebliche  Zeuge des Putschversuchs, alles wegen der Belohnung erfunden hatte.

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