(Frohes) neues Jahr?

5 Januar 2013

Ein neues Jahr ist eigentlich Grund zur Freude. Das scheint nicht der Fall in der Elfenbeinküste zu sein, da das Jahr mit schlimmen Ereignissen angefangen hat.
Alles fing in der Silvesternacht an, wo mehrere dutzend Menschen, die sich an einem Feuerwerk erfreuen wollten, ihr Leben verloren haben. Offiziell sind es 63 Opfer. Andere  Quellen sprechen von 150 bis 200 Toten. Die richtige Zahl der Opfer liegt warscheinlich dazwischen, da die einen (die Regierung) die Zahlen so niedrig wie möglich halten wollen und die anderen (die Opposisitionellen Zeitungen) sie zu übertreiben versuchen. Leider….
Zwei Blogger: Diaby Mohamehd und Cyriac Gbogou, die Klarheit in der Sache bringen wollten, und die Bevölkerung nach diesem Drama via Twitter Zeitnah informiert hatten, wurden am Freitag 4. Januar in der Früh deswegen festgenommen. Sie wurden einige Stunden in Gewahrsam genommen und verhört, bevor man sie am Ende des Vormittags frei ließ. Ihr Verbrechen? Sie wollten die Anzahl der Opfer zahlenmässig erfassen! Gbogou und Diaby waren mit anderen Bloggern am 1. Januar zu der Leichenhalle von Treichville gefahren, wo sie mit Hilfe von Angehörigen eine Liste der Vermissten und Toten gefertigt hatten. So konnten sie 93 Tote namenlich identifizieren und diese Liste veröffentlichen. Aus diesem Grund wurden Diaby Mohamehd und Cyriac Gbogou für einige Stunden in Gewahrsam genommen und verhört. Der Innenminister Hamed Bakayoko warf  ihnen eine „Interferenz in dem Funktionieren der Behörde und in der Information“ (1) vor. Keiner hatte eine Anklage die so lautet zuvor gehört

Das Traurige an diesem Drama ist, dass warscheinlich keiner zur Verantwortung gezogen wird. Natürlich ist Seitens der Regierung eine Untersuchung angeordnet worden, aber sie wird wie für die anderen Dramen (z.B. von Nahibly) mit großer Warscheinlichkeit ohne Ergebnis bleiben.
Das Jahr 2013 hat auf schreckliche Weise angefangen und es scheint keine Ende zu nehmen, da die schlimmen Ereignisse sich einander zu folgen scheinen.
Am zweiten Januar kenterte eine Pirogue mit 5 Passagieren an Bord. Kein Überlebender konnte gefunden werden. Am selben Tag gab es zwei schwere Autounfälle in Abidjan und in Dimbokro (10 Tote). Diese Liste unschöner Ereignisse hatte mit einer Brandkatastrophe am 31 Dezember 2012, wo 27 Häuser verbrannt waren, angefangen. Dadurch wurden 150 Menschen in die Obdachlosigkeit gestürzt.

Viele Menschen in der Elfenbeinküste haben im Moment wenige Gründe zur Freude, da sie nicht viel zu feiern haben.

 

(1) Diese Anklage wurde von diesem Minister erfunden

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